Kriminalstatistik 2001

Kriminalität auf hohem Niveau - wieder angestiegen

Duisburg, 15.02.2002 - "Nicht nur der 11. September und der damit verbundenen Personaleinsatz zur Bekämpfung des Terrorismus hat seine Spuren mit einem Anstieg um mehr als 48.000 Straftaten auf nunmehr 1,37 Millionen in der Kriminalstatistik hinterlassen, erklärt der Landesvorsitzende Wilfried Albishausen in Duisburg. Auch die vor Jahren vom Innenministerium beschlossene Abkehr vom "Spezialistentum" hin zum "Generalisten", der von allem etwas können muss sowie die dezentrale Bearbeitung der Einbruchskriminalität begangen durch überörtliche Tätergruppen sind die Ursachen für die erneute Zunahme der Diebstahlskriminalität und sinkende Aufklärungsquoten.

Der 11. September forderte die Umschichtung von Kriminalbeamten aus der allgemeinen Kriminalität in die Staatsschutzdienststellen und in den Verfassungsschutz. Die Rasterfahndung forderte mehr als 500 Beamtinnen und Beamte in NRW, die ihrer eigentlichen Aufgabe entzogen wurden. Nordrhein-Westfalens Polizei war und ist auf so etwas nicht vorbereitet, erklärte Albishausen.
Wenn Innenminister Behrens von Prävention, aber auch konsequenter Strafverfolgung spricht, so ist das prinzipiell zu begrüßen. Die Einführung einer speziellen Fortbildung für zukünftige Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamte sowie die Bearbeitung von Tatorten generell durch Spezialisten der Erkennungsdienste sind nur erste Schritte, die allerdings noch nicht gegriffen haben.
Die Steigerung der Gewaltdelikte bereitet auch dem BDK Sorgen. Insbesondere die immer mehr zunehmende Gewaltbereitschaft Jugendlicher zeigt deutliche gesellschaftliche, polizeiliche und justizielle Defizite. Gerade in diesen Bereichen haben vorbeugende Maßnahmen der letzten Jahre offensichtlich ihre Wirkung verfehlt. Sie gehören auf den Prüfstand. Auch die Justiz steht diesem Phänomen offensichtlich machtlos gegenüber. Jugendliche "Täter" und ganz besonders "Wiederholungstäter" müssen spüren, dass Gewalt nicht toleriert wird. "Nur einen Gewalttäter, den ich vor mir habe, kann ich therapieren. Jugendliche Straftäter sollten durch gerichtlich verordnete Freizeitarreste unter gleichzeitiger Betreuung fachkundiger Therapeuten spüren, dass Gewalt kein Mittel zur Konfliktlösung ist, sagte der Landesvorsitzende Albishausen in Duisburg.

Der BDK fordert dringend eine Reform der Fachhochschul-Ausbildung mit klaren Schwerpunkten für spezialisierte Sachbearbeiter der Kriminalpolizei und eine Bündelung von Sachbearbeitern und Sachbearbeiterinnen in zentralen kriminalpolizeilichen Dienststellen. Das ist die Antwort auf die zunehmende Kriminalität durch Banden mit hohem technischen Standard, großer Mobilität und hoher krimineller Energie, erklärte Wilfried Albishausen abschließend in Duisburg.

Für Rückfragen: 0173/5437253 - Landesvorsitzender Wilfried Albishausen

« Zurück Weiter »

Beitrag gefällt? Mit Freunden teilen...

Volksbegehren in NRW - zurück zum Abitur nach 9 Jahren!

Info - Folgen des Turbo-Abiturs G8

Kontakt | Impressum