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Kriminalstatistik 2013

Polizeiliche Kriminalstatistik 2013

Weitere Steigerung der Wohnungseinbrüche in 2013 bei gesunkener Aufklärungsquote Cybercrime mit großem Dunkelfeld - Vorratsdatenspeicherung zwingend erforderlich



Düsseldorf, 10.03.2014 - Der Wohnungseinbruchsdiebstahl ist in NRW auch 2013 angestiegen. Mit etwa 55.000 Taten, einer erneuten Steigerung von 1,5% und einer wieder gesunkenen Aufklärungsquote auf 13,6% wird nur jeder neunte Einbruchsversuch oder vollendete Einbruch aufgeklärt. "Dies verunsichert die Menschen, die als Opfer in ihrem persönlichen Lebensumfeld sehr beeinträchtigt werden und lässt die Kriminalitätsfurcht im Wohnquartier ansteigen", sagte heute in Düsseldorf Wilfried Albishausen, Landesvorsitzender des BDK in NRW anlässlich der Vorstellung der Landeszahlen. "Die seit Jahren forcierten Bemühungen, mit Ermittlungsgruppen und Sondereinsätzen wie der NRW-weiten Aktion "Riegel vor" die Lage in den Griff zu bekommen, sind zwar richtig, zeigen jedoch zu wenig Wirkung. Am Ende der Maßnahmenkette stehen einfach zu wenig Ermittler zur Verfügung, um die gewonnenen Erkenntnisse auch in Aufklärung umzusetzen. Die Zahlen in den Kreispolizeibehörden sind unterschiedlich angestiegen oder sogar auch gesunken. "Das darf aber nicht über die Gesamtentwicklung täuschen", erklärte Albishausen weiter. "Die Täter grasen eine Stadt oder eine Region ab und ziehen weiter. Dies zeigt anschaulich die in Dortmund vor wenigen Wochen ermittelte Tätergruppe, die entlang der Hauptverkehrsachsen in NRW und darüber hinaus ihre Spuren hinterlassen hat."

In NRW fehlen insgesamt bis zu 2000 Kriminalisten, die jung und als professionelle Ermittler ausgebildet sind. Deshalb fordert der BDK weiterhin eine frühe Spezialisierung in der Ausbildung von Kriminalisten im Rahmen des Bachelorstudienganges an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, so dass junge und gut ausgebildete Spezialisten für die professionelle Kriminalitätsbekämpfung zur Verfügung stehen. "Die unterschiedlichen Kernaufgaben der Polizei erfordern sicher gemeinsame, aber auch spezialisierende Studieninhalte wie Kriminalistik und Kriminologie, so Albishausen weiter. "Kriminalisten müssen keine Geschwindigkeiten messen können oder Verkehrsunfälle aufnehmen können. Sie müssen in der Anwendung kriminalistischer Methoden fit sein und die Bearbeitung schwieriger Ermittlungsverfahren beherrschen."

"Besorgniserregend ist die Entwicklung bei den Fallzahlen der Internetkriminalität", betonte Albishausen. "Das Internet als Tatmittel ist um ca. 30% auf mehr als 56700 Straftaten gestiegen. Hier darf die Kriminalpolizei nicht den Anschluss an die Entwicklung verpassen. Straftäter suchen sich zunehmend Opfer im Internet. "Sorge bereiten Betrugshandlungen, bei denen Datenveränderungen vorgenommen werden oder Betrüger illegal erworbene Daten von Zahlungskarten sowie gehackte E-Mail-Accounts nutzen und dabei die Anonymität des Internets ausnutzen. Bei diesen Straftaten sind umfangreiche Recherchen im Netz durchzuführen. Hier sollten neben den Kriminalisten vermehrt IT-Spezialisten eingestellt werden, die im Team mit den Ermittlern arbeiten können. Das Phishing (Ausspähen von Daten durch Schadsoftware auf dem Rechner des Betroffenen) stellt immer noch den Großteil der Straftaten bei der Internetkriminalität dar. "Hier unterstützt der BDK in NRW die Forderung des NRW-Innenministers nach der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung", so Hermann-Josef Borjans, Sprecher für Kriminalprävention und Opferschutz im Bundesvorstand. "Wenn den Kriminalisten die Möglichkeit fehlt, bei den Telefonanbietern zu recherchieren, verlaufen die Ermittlungen im "Off".

"Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist in ihrer heutigen Form nicht mehr zeitgemäß, um das Hell- und Dunkelfeld der Kriminalitätsbelastung in NRW und auch im gesamten Land realistisch darzustellen. Sie muss dringend evaluiert werden", machte Borjans deutlich. "Die PKS bildet ausschließlich polizeilich bearbeiteten Strafanzeigen ab." Für eine analytische, wissenschaftliche Auswertung fehlen konkrete Opferdaten. So könne etwa auf die demografische Entwicklung in unserer Gesellschaft und damit einhergehenden Straftaten wie dem "Enkeltrick" nicht frühzeitig reagiert werden, da das Alter von Opfern nicht in die Statistik einfließt. Die Zahl der Straftaten gegen Senioren insbesondere im Bereich des Betruges hat sich in den letzten Jahren vervielfacht.

Auch die Tatsache, dass in der Statistik ausschließlich Fallzahlen veröffentlicht werden und nicht die Zahl der tatsächlich Geschädigten von Straftaten, verfälscht das Bild. So wird etwa bei Seriendelikten, die von einem Täter ausgehen, nur ein Fall erfasst, obwohl Dutzende Geschädigte betroffen sind.

"Eine analytische, kriminalistische und kriminologische Auswertung ist aber nach Meinung des Bund Deutscher Kriminalbeamter zwingend notwendig, um auf Entwicklungen frühzeitig reagieren zu können", machte Borjans abschließend deutlich.

Rückfragen für den Landesvorstand NRW an:
Hermann-Josef Borjans, Mobil: 0151/12701830

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