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40 Jahre BDK - ein Geständnis

Wilfried Albishausen

Wilfried Albishausen

bei seiner Rede in Saarbrücken

Rede des BDK Landesvorsitzenden Wilfried Albishausen
anlässlich der Feierstunde "40 Jahre BDK" am 28.09.2008
in Saarbrücken

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
verehrte Gäste,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

"ein schöner Tag", so lautet eine bereits lang anhaltende und erfolgreiche Werbung einer Altbierbrauerei am linken Niederrhein. Und so möchte ich auch den heutigen Tag, an dem der Bund Deutscher Kriminalbeamter in meinem Bundesland Nordrhein-Westfalen von Günter Tausch und Willi Knop vor exakt 40 Jahren gegründet wurde, bezeichnen. Ein schöner und wichtiger Tag nicht nur für die Kriminalistinnen und Kriminalisten in der Bundesrepublik Deutschland sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt für alle mit Innerer Sicherheit beschäftigten Politiker unseres Landes.

Über die Historie und die Entwicklung des BDK haben wir von meinen Vorrednern bereits Vielfältiges erfahren.

Ich möchte Ihnen etwas über den gegenwärtigen gewerkschaftlichen Fachverband "BDK" berichten, und zwar aus der Sicht des ich sage das nicht ohne einen gewissen Stolz mitgliederstärksten Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Der Landesverband NRW verfügt derzeit über den höchsten Mitgliederbestand und mit 42 Bezirksverbänden über ein flächendeckendes Netz gewerkschaftlicher Organisation seit Gründung des BDK am 28.09.1968 in Münster.

Der BDK hat sich auf die letzten 5 10 Jahre bezogen rasant entwickelt. Die öffentliche Wahrnehmung in den Medien und damit in der Gesellschaft und nicht zuletzt in der Politik ist erheblich gewachsen.

Journalisten, Verbände, Parteien und Bürgerforen suchen beim BDK Antworten auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen und neue Kriminalitätsphänomene. Es vergeht keine Woche ohne Mediennachfragen oder die Teilnahme an politischen oder gesellschaftlichen Diskussionen vor allem in Bereichen der neuen Technologien, der Jugendkriminalität, der Organisierten Kriminalität und nicht zuletzt der Terrorbekämpfung in Deutschland und Europa.

Meine Damen und Herren, sie werden verstehen, dass ich in diesem Zusammenhang die Rolle und Funktion unseres Bundesvorsitzenden Klaus Jansen einmal deutlich hervorheben möchte: Ich glaube, ihm ist es mit teils atemberaubender Geschwindigkeit gelungen, den BDK auf nationalem und internationalem Parkett fest zu etablieren. (Sie dürfen jetzt gerne applaudieren.)

Und mit dieser öffentlichen Reputation des BDK ist auch der gewerkschaftliche Einfluss in der Politik deutlich angewachsen. Angesichts der immens steigenden Anforderungen an eine leistungsstarke Kriminalpolizei gilt es, die Rahmenbedingungen, unter denen unsere Kriminalistinnen und Kriminalisten Höchstleistungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht erbringen, deutlich zu verbessern.

Dazu gehört nicht nur eine adäquate, leistungsgerechte Bezahlung, sondern auch ein angemessenes Aus- und Fortbildungssystem auf dem Weg zu einer Experten-Kripo.

Schaue ich in die einzelnen Bundesländer und speziell nach Nordrhein-Westfalen, muss ich allerdings bedauerlicherweise feststellen, dass wir davon in weiten Teilen noch meilenweit entfernt sind.

Aus der Sicht Nordrhein-Westfalens blicke ich ein wenig neidisch nach Hessen, Berlin und Schleswig-Holstein. Allesamt Länder, in denen die spezielle Ausbildung zur Kriminalpolizei weiter Bestand hat oder wieder eingeführt wurde.

Hatten wir in NRW diesen Weg mit der vor 2005 in der Opposition befindlichen CDU und FDP für die Zeit einer Regierung durch "Schwarz-Gelb" festgezurrt, müssen wir heute feststellen, dass ausgerechnet eine auf Leistung und Qualifizierung getrimmte FDP mit ihrem heutigen Innenminister Ingo Wolf genau das Gegenteil betreibt.

Man spricht immer noch von der Einheitspolizei nennt es "integrativen Ansatz" - und hält die Einführung wenigstens einer Y-Ausbildung für nur "schwer" umsetzbar.

Der gleiche Innenminister hat es geschafft, Sachbearbeiter-Funktionen abzuqualifizieren, in dem er der nordrhein-westfälischen Kriminalpolizei ersatzlos rund 500 Beförderungsstellen nach A12 und A13 entzieht, um sie Führungskräften der Schutzpolizei zur Verfügung zu stellen. Alles unter dem fadenscheinigen Motto: "Führung muss sich lohnen".

Wütende Proteste unserer Mitglieder bis hin zur symbolischen "Bestattung der Kriminalpolizei" im Januar dieses Jahres beim Neujahrsempfang der FDP in Düsseldorf waren die Folge. Und die Proteste des BDK sind noch nicht zu Ende.

Dies, meine Damen und Herren, zeigt im Besonderen die Existensverpflichtung und die Stärke des Bund Deutscher Kriminalbeamter.

Verehrter Herr Ministerpräsident,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Vor kurzem las ich ein Zitat von Mahatma Gandhi. Er hat einmal folgendes gesagt:
"Zuerst ignorieren sie Dich
Dann lachen sie über Dich
Dann bekämpfen sie Dich
Und dann gewinnst Du "

Ich glaube, dieses Zitat spricht für den BDK und sich selbst. Mir wurde dabei sehr klar, warum der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf mich vor kurzem bei einem Empfang des Zweiten Deutschen Fernsehens öffentlich als "Regierungsfeind" bezeichnete. Beurteilen Sie selbst, in welchem Stadium des "Gandhi-Zitats" wir uns befinden.

Lassen Sie mich zum Schluss noch einmal den Bogen zur Werbung spannen und Ihnen zurufen: "Es gibt noch viel zu tun, packen wir"s an" und auf die Struktur und Existenz des BDK bezogen, halte ich es mit der Werbung für einen Gesundheitstropfen: "Nie war er so wertvoll wie heute"

Falls jemand nicht spontan weiß, woher die Zitate stammen: Ersteres ist nicht von Franz Beckenbauer, sondern von Platon, dem griechischen Philosophen und bei dem Gesundheitstropfen handelt es sich nicht um einen Weinbrand sondern um Klosterfrau Melissengeist.

In diesem Sinne, herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und viel Glück und Geschick unserem Bund Deutscher Kriminalbeamter für die nächsten 40 Jahre!

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