Grünes Gewissen? Gutes Gewissen?

Leichte Sprache... Schwere Sprache...

29.07.2021 - B90/Die Grünen bevorzugen offenbar leichte Sprache. So jedenfalls auf der Website von Annalena Baerbock (www.annalena.baerbock.de) nachzulesen. Dafür hat sie sogar eine eigene spezielle Redaktion. Nun hat sicher niemand etwas gegen eine "leichte Sprache", immerhin möchte die Partei möglichst viele Menschen, potenzielle Wähler und Wählerinnen mit ihren Botschaften erreichen. Na ja, ob es nur Botschaften oder der erhobene Zeigefinger sind, mag jeder für sich entscheiden. Wie weit man übers Ziel hinausschießen kann, zeigt ein Beispiel, das vor ein paar Tagen in den sozialen Netzwerken für "Gesprächsstoff" sorgte:

  • "Wir Grünen wollen die Natur schützen. Unserer Natur geht es schlecht. Auf der ganzen Welt ist es zu warm. Vor 100 Jahren war es nicht so warm. Das Klima hat sich geändert. Das heißt: Klima-Wandel. Der Klima-Wandel ist schlecht für unsere Umwelt. Das ist auch für uns Menschen schlecht. Das viele Wasser fließt ins Meer. So steigt das Wasser im Meer immer höher. Dort wo früher die Küste war, ist heute schon das Meer. Dann verlieren viele Menschen ihr Haus. Die Fach-Leute sagen: Der Klima-Wandel wird schlimmer. Die Erde wird immer wärmer. Dann ändert sich das Wetter. Das darf nicht passieren. Deshalb will ich unsere Natur schützen." (Quelle: www.annalena.baerbock.de/leichte-sprache/)

Liest sich gut, oder? Ich frage mich allerdings, für wen dieser - besonders inhaltlich dürftige Text - bestimmt ist. Wollen die Grünen das Wahlalter für Grundschüler einführen oder halten sie Wahlberechtigte tatsächlich für so ungebildet, um sie auf diese ganz besondere Art und Weise in Angst und Schrecken zu versetzen. Ich überlasse es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, das zu beurteilen. Vor allem aber, den inhaltlichen Unsinn dieses Textes. Ich habe Verständnis für die Ziele des Vereins "Netzwerk Leichte Sprache", bin allerdings der Meinung, dass komplexe Themen, besonders Klimawandel, Wetter, Ursachen und Wirkungen einer - wenn schon - detaillierteren Darstellung bedürfen. Das scheint aber beim "Mitglieder- und Stimmenfang eher gewünscht zu sein...

Noch ein Beispiel:

  • "Die grüne Partei ist für Umwelt-Schutz. In schwerer Sprache heißt die Partei: Bündnis 90 / Die Grünen. Ich bin seit 2005 bei den Grünen. Seit 2018 leite ich die Grünen gemeinsam mit Robert Habeck. Robert kommt aus Schleswig-Holstein. Dieses Bundes-Land liegt im Norden. Wir sind ein gutes Team für die Umwelt. Es gibt viel zu tun. Zum Beispiel beim Strom-Gewinnen. In unseren Kraft-Werken verbrennen wir Kohle. Das ist schlecht für die Umwelt. Deshalb sagen wir Grüne: Wir brauchen umwelt-freundlichen Strom. Das ist Strom von einem Wind-Rad. Oder von der Sonne." (Quelle: www.annalena.baerbock.de/leichte-sprache/)

Diese Art der "Ansprache" ist bei B90/Die Grünen ja nun nichts Neues. In fast allen Talkshows, in denen Grüne und deren "Aktivisten" offenbar eine Dauerkarte haben, ist diese "Ansprache" offen oder latent vorhanden. Ich habe noch kein Interview, kein Statement grüner Ökologen gehört, in denen konkrete Beispiele für Umweltschutz und deren Umsetzung eine Rolle gespielt hätten. Fast alle berufen sich auf die "Wissenschaft", Studien und Experten...

Zudem springen sie in ihren Statements regelmäßig zwischen Klimawandel, Klimaschutz, Umweltschutz und Naturschutz. Tierschutz kommt nicht so oft vor. Was mir vor allem sauer aufstößt, die bisherigen Umweltminister von B90/Die Grünen haben doch sehr wenig Spürbares für die letzteren Bereiche umgesetzt.

Nein, liebe Grünen, es reicht nicht, ständig mit Fingern auf andere zu zeigen, Verbote zu fordern und eine kurzsichtige Energiepolitik zu betreiben, die auch vor Landschaftszerstörung und teils üblen Auswirkungen auf Flora und Fauna nicht zurückschreckt. Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen erfordern weitsichtiges Handeln unter Beachtung aller Vor- und Nachteile. Wie heißt es doch so treffend: Was auch immer du tust, handele klug und bedenke das Ende...

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