Facebook - nichts für schwache Nerven...

Facebook ist nichts für schwache Nerven...

Wilfried Albishausen Montag, 21. März 2022 von Wilfried Albishausen

Auf ein Wort

Ruhe bewahren, bewerten, entscheiden

21.03.2022 - Geht es Ihnen auch des Öfteren so? "Noch mal eben in den Account schauen" und - zack - hängt man an einem Kommentar fest, liest die weiteren Kommentierungen, der Blutdruck steigt, man will, nein, man muss antworten, beginnt und lässt es wieder. Dennoch bleibt das Thema im Kopf und man denkt darüber nach, was man alles hätte schreiben können, um den gerade erfassten "bullshit" als solchen zu entlarven...

Dazu braucht es aber Fakten, schließlich ist man kein "Experte aller Arten", mindestens sollte man aber die oft lauten Kommentierungen hinterfragen und wenn möglich überprüfen. Das kostet Zeit, nicht selten viel Zeit, die man nicht hat oder erst gar nicht dafür spendieren will. Man ist doch kein Sklave, dem andere mal eben Zeit stehlen... Oder doch?

Nein, Facebook bietet durchaus auch Chancen. Hier sieht man deutlich, wie meist Minderheiten versuchen, die Meinungshoheit zu gewinnen, nicht selten in einem Ton und einer Wortwahl, die deutlich macht, worum es ihnen tatsächlich geht. Oberflächlich, platt, kurzsichtig und eindimensional gepaart mit angeblichen Fakten, die einer Überprüfung meist nicht standhalten oder in einem anderen Zusammenhang gesehen müssen. Manche spielen sich dabei auf, als wenn sie die absolute Mehrheit in den Parlamenten und in der Gesellschaft hätten, also die Weisheit mit..., Sie wissen schon! Oft sind es "Trolle" oder Accounts, die außer "frechen" Kommentierungen nichts zu bieten haben. Ich habe mir angewöhnt, nur noch Beiträge von Freunden bei Facebook, die ich kenne, deren Profil ich kenne, zu kommentieren und damit ernst zu nehmen. Ansonsten prüfe ich vorher auf den mir unbekannten Profilen, was die so zu bieten haben. "Keine Arbeitsplätze, Keine Ausbildung und Keine Wohnorte" oft gepaart mit keinen eigenen Beiträgen sind für mich ein Zeichen von wenig Kompetenz oder Selbstbewusstsein, die muss man nicht auch noch durch Kommentierungen wichtig nehmen...

Ich glaube aber, solche Minderheiten muss man im Auge behalten, früher saßen sie an Stammtischen jetzt öffentlich bei Facebook.

Advantage Facebook!

Spritpreise deutlich gestiegen, was nun?

22.03.2022 - Die Preise für Diesel und Benzin sind zwischenzeitlich erheblich gestiegen. Berufspendler, Speditionen und auch der öffentlichen Personennahverkehr leidet erheblich. Die Kaufkraft für andere Produkte des täglichen Bedarfs sinkt, man kann eben jeden Cent nur einmal ausgeben...

Die Diskussion um Steuersenkungen oder Rabatte direkt an der Zapfsäule und die Erhöhung der Pendlerpauschale nimmt an Fahrt auf, unterschiedliche Meinungen prallen auch bei Facebook aufeinander. Ich finde das durchaus spannend und informativ, man kann seine eigene Meinung ja durchaus mal überprüfen und zu neuen Erkenntnissen kommen. Das heißt aber auch, etwas tiefer und weitreichender zu denken, da einfache Lösungen meist nur bis zur nächsten Ecke wirkliche Lösungen sind.

Anders die "Parka-Generation" der späten sechziger und siebziger Jahre und deren "Jünger". Da liest man von "wir müssen weg von Abhängigkeiten, mehr erneuerbare Energien, Frieren für den Frieden und die unsäglich dumme Neiddebatte in Richtung "Reiche", "SUV und Porschefahrer", denen man wohl offensichtlich ihren Spaß und Luxus auch noch finanzieren will. Und nicht genug, überschlagen sich die nahezu schäumenden Argumente in Richtung "Tempolimit", damit endlich mal die Drängelei und das Rasen auf Autobahnen gestoppt wird.

Kostprobe gefällig? Auf einen Post und meine Kritik zu einem Zitat des paritätischen Wohlfahrtsverbandes, in dem es heißt: "Wenn jemand glaubt, (...), er muss Porsche fahren, und damit mit über die Autobahn brettern, dann kann das doch nicht die Aufgabe des Staates sein, ihm die Tankkosten zu subventionieren":

"Jemand meint, Porsche sei nur ein Synonym für Übermotorisierung und umweltschädliches Verhalten".

"Ein weiterer Kommentar befasst sich damit, dass 2,5 Tonnen Fahrzeuge mit 350 PS, um damit 3 km durch die Innenstadt zu fahren, unnötig seien."

"Und noch einer verweist auf seine Touren mit 4 Personen im Käfer nach Dänemark. Dafür seien auch heute wohl kleinere Wagen mit wenig PS geeignet und schließt daraus, das viele Fahrzeuge übermotorisiert sein..."

"Und der ist noch besser: Pendler seien ohnehin meist Soldaten, Journalisten, Büroangestellte und Künstler. Und jetzt: Achtung! Das seien alles keine Geringverdiener. Deshalb sei die Pendlerpauschale sowieso schon ein Witz."

Zu allem Überfluss wird dann noch eine Statistik der GmbH Statista über die Zunahme der PS in Kraftfahrzeugmotoren veröffentlicht, die diese kruden Aussagen untermauern soll. Selbstverständlich fehlt seitens der Kommentatorin jeglicher Hinweis auf die technischen Entwicklungen im Motorenbau und deren Auswirkungen auf eine deutliche Reduzierung des Spritverbrauchs. Wäre als Argumentation zu diesem Thema auch weniger nützlich. Statista, die ihre Daten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten durch Studien und Erhebungen anderer Quellen so auch aus Umfragen in Baumärkten, Drogerieketten und ähnlichen Bereichen erheben. Wie beispielsweise bei der Erhebung des durchschnittlichen Nettoeinkommens der Deutschen im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aus 2020. Schaut man auf die Website von Statista fühlt man sich schon ein bisschen wie in einem "Vollsortimenter"...

Diese Kommentare auf Facebook nenne ich Populismus und "Denken" nur bis zur nächsten Ecke. Und genau von denen, die sich über die in Deutschland wie Mehltau gelegte Bürokratie aufregen.

Die Unwissenheit in Sachen Pendlerpauschale, die in diesen Kreisen auch gerne als "Privilegierung" der Autofahrer bezeichnet wird, ist nahezu entlarvend. Dass die Pendlerpauschale allen gezahlt wird, ob Fußgänger, Fahrradfahrer (nein, ich gendere nicht), Motorradfahrer, Autofahrer und Nutzer des ÖPNV, wissen einige wohl nicht und verbreiten ihr Unwissen auch noch...

Da nicht zu antworten (gelingt auch mir nicht immer), erfordert echte Selbstbeherrschung, also starke Nerven, zumal die Damen und Herren Kommentatoren in ihren Posts nicht selten einen prolligen und belehrenden Ton anschlagen, den man in seinem eigenen Umfeld eher nicht kennt. Vielleicht beim Fußball in der Fankurve... Aber öffentlich bei Facebook?

(Foto: © CDU/Christiane Lang)

Frackinggas aus den USA, Förderung in Deutschland verboten...

21.03.2022 - Auch die übrigen Energiepreise schießen derzeit durch die Decke. Und dazu trägt nicht nur der Krieg in der Ukraine bei. Deutschland hat sich im Grunde genommen bereits aus der fossilen Stromgewinnung verabschiedet. Vor nicht gar nicht langer Zeit forderte der Grüne Anton Hofreiter - ich meine, es war in einem Beitrag der Tagesschau - man müsse sofort damit aufhören, Kohle und Gas zu verbrennen. Die Ausstiegstermine stehen fest, so auch die Abschaltung der letzten drei Kernkraftanlagen. Statt dessen setzen wir als Vorbild für den Rest der Welt auf "erneuerbare Energien" wie Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen in großem Stil. Die Verschandelung der Natur, die Eingriffe ins Ökosystem für Flora und Fauna mal außen vor gelassen, fragt sich der geneigte Beobachter, wie es mit wetterabhängigen Energiequellen gelingen soll, das deutsche Stromnetz grundlastfähig zu halten. Ist "Zappelstrom" die Zukunft in einem Deutschland, in dem immer mehr Strom gebraucht wird?

Nein, natürlich nicht, immerhin beliefern uns unsere Nachbarn mit Strom, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Ok, kann man machen, darf dann aber nicht angesichts der Energiekrise und der Lieferung von Gas, Öl und Steinkohle zu großen Anteilen aus Russland von Abhängigkeit faseln wie etliche "Energieexperten" auf Facebook. Versucht man dagegen zu halten, immer wieder mit einem Blick ins Detail, erntet man Kommentare, deren Wortwahl und Inhalt einen sehr limitierten Blick auf die Zusammenhänge und Folgen nicht nur für den "Normalverbraucher" deutlich machen. Ideologie geprägte Sicht komplizierter ökonomischer Zusammenhänge, die ich als Nichtökonom auch nicht immer durchschaue, verstellt eben den Blick fürs Wesentliche und führt, wie konnte es anders sein, zu einem unterirdischen Kommunikationsverhalten. Dabei werden gegenteilige Meinungen nicht akzeptiert, sondern mit einem lauten "Raushalten" quittiert. Fast wäre man geneigt, die Hacken zusammen zu knallen und ein knackiges "Jawoll', Frau Oberfeldwebelin" zu entgegnen.

Robert Habeck reist zurzeit durch arabische Ländern und "bittet" um Versorgungssicherheit mit Gas und Erdöl. Allesamt Länder, die nicht unbedingt als lupenreine Demokratien bekannt sind und offensichtlich in Partnerschaft zu Russland stehen. Noch vor wenigen Wochen diskutierten Menschenrechtler über einen zwingenden Boykott der Fußballweltmeisterschaft in Katar. Jetzt sieht man Bilder eines Robert Habeck, der fast mit einem "Hofknicks" in Katar seine Aufwartung machte. Fast kann er einen leid tun, Regieren und den Spruch mit den Zumutungen hatte er sich bestimmt anders vorgestellt.

Ach ja, die Amerikaner liefern ja jetzt auch Flüssiggas in größerem Stil, um uns aus der Patsche zu helfen. Tolle Sache, leider haben wir keine Pipeline in die USA, bekommen alles mit Schweröl betriebenen Großtankern geliefert. Erstmal nach Rotterdam, da wir keine eigenen Terminals in Seenähe. Die sollen jetzt in Brunsbüttel und Wilhelmshaven gebaut werden. Dass das aus den USA importierte Flüssiggas durch Fracking (in Deutschland ist das verboten) gewonnen wird und zu den schmutzigen Brennstoffen zählt, macht nix.

Sieht so "Unabhängigkeit" bei der Energieversorgung aus... Sicher nicht... Und vielleicht begreifen es auch die letzten erneuerbaren Energetiker, dass man immer von anderen abhängig bleibt, wenn man lebenswichtige Bedürfnisse nicht selbst decken kann oder will...

(Foto: © Lizenzfrei bei https://freestockgallery.de)

Atomkraft, nein Danke? Atomkraft, ja Bitte!

24.03.2022 - Autsch, das hat gesessen. Habeck hat kurz daran gedacht, AKW-Laufzeiten zu verlängern. Aber nur zwei Tage, dann hatte ihn seine Partei wieder angefangen. Eine intensive Prüfung (2 Tage) hat ergeben, dass eine solche Maßnahme "nicht viel bringe". Aha! Das sehen unsere europäischen Nachbarn offenbar anders, Belgien hat jüngst eine Laufzeit von 2 Reaktoren verlängert.

Und auch in Finnland geht in diesem Jahr ein neues Kernkraftwerk ans Netz, Planungen für zwei neue Reaktoren laufen derzeit in den Niederlanden, gleiche Projekte sind in Serbien, Rumänien, Bulgarien, Polen und Estland geplant. Gerade in Finnland sind die Grünen auffällig ruhig. Schaut man ins benachbarte Ausland bemerkt man unschwer, dass "Grüne" ohnehin eine nur untergeordnete politische Rolle spielen.

Ob der Energiekrise aufgrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine wirkt die Bundesregierung zeitweilig kopflos. Weg vom russischen Gas und Erdöl, hin zu einer möglichst großen Unabhängigkeit bei der Lieferung von Rohstoffen und Strom. Aber wie? Während andere europäische Länder zwar auch Probleme mit dem Import fossiler Energie insbesondere aus Russland haben, bleibt ihnen immerhin ein respektables Reservoir bei der Stromerzeugung.

Und Deutschland? Ist unsere Stromversorgung gesichert? Im Gegenteil, die Abschaltung der letzten drei Kernkraftanlagen zum Jahresende, die Abschaltung von Kohle- und Gaskraftwerken treibt die deutsche Wirtschaft und die privaten Haushalte in immer größere Bedrängnis. Denn, wie es sich die Grünen und von ihnen offenbar getriebene Politiker auch anderer Parteien vorgestellt haben, funktioniert die "Transformation" in immer mehr erneuerbare Energien (hört sich gut an, meint aber wetterabhängige Lieferung) wie wunder offensichtlich nicht. Die Windenergieausbeute, Solarstromerzeugung spielt ohnehin eine untergeordnete Rolle, ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Anteile von mehr als 40% "Erneuerbare" an der Gesamtstromerzeugung hören sich erstmal gut an, da sie aber wetterabhängig sind, sind sie nicht grundlastfähig, schon gar nicht bei stetig steigendem Strombedarf. Denn das wollen die Grünen ja auch, weg vom Verbrenner hin zum E-Auto und selbst "Fridays for Future-Jünger" möchte ungern auf Soziale Netzwerke und ihre Smartphones verzichten. Soweit geht die Liebe zum Klimaschutz dann doch nicht.

Verfolgt man die noch zaghaften Versuche, sich doch wieder der Kernenergie zu nähern, bemerkt man bei Facebook Menschen, die plötzlich wieder ein Thema befeuern können. Fast taten sie mir schon leid, weil der einstige Kampf gegen Atomkraft ausgekämpft schien und ihnen etwas Sinngebendes im Leben abhandengekommen war.

Und jetzt: Ab in den Keller, die Kiste mit Parka und Atomkraft, nein danke - Schildern ausgepackt und dann an die Front. Riecht zwar alles etwas muffig, aber jetzt lohnt es sich doch die eigenen Klamotten oder die der Eltern wieder auf die Straße zu tragen... Argumente, die in der Physik der Energiegewinnung begründet liegen, zählen nicht. Wind oder Sonne, sonst geht nix. Ach ja, Wasserstoff wollen die auch. Wie der hergestellt wird, scheint sie nicht zu interessieren...

Na denn, Sorgen müssen sich diese "Ritter", die die technische Entwicklung der letzten 30 Jahre offenbar verschlafen haben, nicht machen. Immerhin bekommen sie mindestens sicheren Strom aus benachbarten Ländern, um ihren Kampf auch weiterhin in Social Media fortsetzen zu können. Und dass der auch mit Kernenergie erzeugt wird, ist doch egal, Hauptsache Deutschland wird "atomfreie Zone"...

(Foto: © Lizenzfrei bei https://freestockgallery.de)

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